


In Dortmund kamen Cineasten zum ersten Mal in den Genuss, 3D-Filme unter freiem Himmel zu sehen. Die Firma moviescreens und der BVB machten es möglich.
Dortmund – Eine gigantische weiße Leinwand mit 24 Metern Breite, im Hintergrund das Grün des größten Fußballstadions Deutschlands: Allein die Kulisse des „Kino im Stadion“ kann ins Staunen versetzen. Dabei ist das echte Highlight erst zu sehen, wenn sich Dunkelheit über den Signal Iduna Park, die Spielstätte des Bundesligisten Borussia Dortmund, gelegt hat. Dann nämlich flimmern beim vierten Open-Air-Kino, das der BVB präsentiert, ausgesuchte Kinofilme über die 24-Meter-Bildwand – in einer atemberaubenden Qualität. „Unsere Besucher kommen in diesem Jahr in den Genuss, alle Filme in digitaler Qualität zu sehen“, erklärt Philip Hartmanis von Borussia Dortmund. „Damit sind wir das erste rein digitale Open-Air-Kino Deutschlands – ein weiterer Superlativ, den das ,Kino im Stadion‘ für sich beanspruchen kann.“
Die Technik zu dieser Premiere liefert die Firma moviescreens aus der niedersächsischen Stadt Damme, die das Sommerevent bereits in den vergangenen drei Jahren realisierte. „Besonders außergewöhnlich ist, dass wir hier in Dortmund nicht nur mit dem digitalen Kino zum ersten Mal unter freien Himmel gehen“, so Alexander Thye, Geschäftsführer der moviescreens GmbH. „Mitte Mai haben wir im Signal Iduna Park obendrein das erste 3D-Open-Air-Kino realisiert.“
Als technischer Dienstleister stellt moviescreens hierfür ein Dolby-3D-System sowie zwei Projektoren der Firma Christie zur Verfügung. „Es gibt verschiedene Systeme, mit denen man dreidimensionale Bilder erzeugen kann. In Dortmund haben wir uns für Dolby 3D entschieden“, erklärt Thye. Mehrere Gründe hätten für dieses System gesprochen – zum Beispiel die bereits vorhandene Riesenleinwand, die schon in den vergangenen Jahren zum Einsatz kam. „Für ein alternatives Verfahren wie RealD hätten wir eine mit Silber beschichtete Leinwand extra anschaffen müssen. Das wäre teuer geworden. Zumal man so eine empfindliche Leinwand nach einem mehrwöchigen Open-Air-Event mit etwas Pech nur noch entsorgen kann.“
Bei der digitalen Dolby-3D-Technik projizieren zwei Projektoren das Bild, die dann durch eine Spezialbrille mit zwei unterschiedlichen Gläsern für jedes Auge gefiltert werden. „Als ein Vorteil dieser Technik gilt, dass die Farbqualität und die Bildhelligkeit nicht leiden, was bei anderen 3D-Verfahren oft der Fall ist“, beschreibt Alexander Thye. In Dortmund standen er und der „Kino im Stadion“-Organisator Philip Hartmanis allerdings vor einem Problem. „Wir wollten auf keinen Fall auf unsere beeindruckende Leinwand verzichten“, so Hartmanis. „Aber ein Projektor alleine konnte diese riesige Fläche nicht ausreichend bespielen. Die Bilder wären viel zu schummrig geworden.“
Mit einem Trick behoben Thye und das moviescreens-Team das Problem: „Wir haben hier zwei identische Projektoren aufgestellt. Zusammen erreichen sie die nötige Lichtstärke für ein erstklassiges Bild von 18m Breite.“
An mehreren Abenden im Mai konnten so mehr als 1 000 Besucher 3D-Highlights wie „Avatar“, „Alice im Wunderland“ und „Drachenzähmen leichtgemacht“ in einer Topqualität unter freiem Himmel genießen – durch das offene Stadiondach auch bei schlechtem Wetter gut geschützt. Noch bis Mitte Juli fungiert das BVB-Stadion als Ausnahmekino, Neuheiten wie Ridley Scotts „Robin Hood“ stehen ebenso auf dem Programm wie der Kultfilm „Bang Boom Bang“. „Was wir in diesem vierten Veranstaltungsjahr an Programm und Technik bieten, wird in Zukunft nur schwer zu toppen sein“, fasst Dino Prax vom Co-Veranstalter Stadion Live Event Management GmbH zusammen. Seine Kollegen Thye und Hartmanis stimmen zu: Für 2011 muss eine neue technische Raffinesse wohl erst noch erfunden werden.

● Noch bis zum 16. Juli gibt es digitales „Kino im Stadion“ in der Kulturhauptstadt Europas
RUHR.2010.
● Alle Termine stehen auf www.kinoimstadion.de.
